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Umfrage zur Liposuktion beim Lipödem

Umfrage zur Liposuktion beim Lipödem

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Anfang 2018 hat der G-BA eine Erprobungsrichtlinie zur Liposuktion beschlossen. Die Liposuktion habe zwar das „Potenzial einer Behandlungsalternative“, doch führten fehlende Studien dazu, dass die Kassenleistung weder befürwortet noch abgelehnt wurde. Dies führte zu einer Hängepartie, die bis Ende 2025 dauern soll. Seit dieser Zeit ist einiges in Bewegung geraten.

Wir von der Lymphselbsthilfe fragen uns allerdings: wohin? Während die Sozialgerichte seitdem die Einzelfallentscheidungen pro Liposuktion fast immer ablehnen, werden die Stimmen der Ärzte immer unterschiedlicher. Einige glauben nicht mehr an die Wirksamkeit der konservativen Therapie, also der bisherigen Standardtherapie, wenn die Liposuktion verneint wird. Daraufhin erhob der G-BA die Lymphdrainage beim Lipödem zur Kassenleistung, da sonst alle Betroffenen teilweise unversorgt geblieben wären.

Allerdings wird nun vermehrt gestritten, was überhaupt ein Lipödem sei und wie man es von einer Adipositas abgrenzen könne? Ist die Ernährungsumstellung oder Magenoperation/Bariatrie hilfreich? Die Stimmen werden zunehmend lauter und uneinheitlicher. Daneben sind sich die Gremien und Ärzte sogar uneins, welche Faktoren das Lipödem beschreiben. Spielt hier der BMI überhaupt eine Rolle oder sollten dem Verhältnis Taille-Körpergröße (WtHR) oder dem Verhältnis Taille-Oberschenkelumfang (LipQ) mehr Bedeutung beigemessen werden?

Um uns selbst ein Bild von der Situation machen zu können, wäre es sehr hilfreich, wenn Sie uns Ihre Körpermaße in der Umfrage mit angeben würden (kein Pflichtfeld). Bitte nehmen Sie an dieser Umfrage nur teil, wenn bei Ihnen eine Lipödem-Diagnose vorliegt. Vielen Dank!

Wir von der Lymphselbsthilfe e.V. fragen deshalb Sie! Wie geht es Ihnen? Was benötigen Sie?


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Lipödem News

Liposuktion wird befristet Kassenleistung bei Lipödem im Stadium III

Liposuktion wird befristet Kassenleistung bei Lipödem im Stadium III

Susanne Helmbrecht, die Vorsitzende der Lymphselbsthilfe e. V., war am 19. September 2019 als Patientenvertreterin zur Wahrnehmung der Mitberatungsrechte im Plenum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G‑BA).

Leider wurden die Bedenken der PatientenvertreterInnen von der Mehrheit nicht mitgetragen. So schließt der Beschluss nur  Frauen im Stadium III mit einem BMI bis 35 ein. Ab einem BMI von 35 wird die Behandlung der Adipositas vorausgesetzt. Und über einem BMI von 40 soll keine Liposuktion stattfinden.

Dies bedeutet, dass nur in Einzelfällen – unter besonderem Abwägen der Risiken – Fett abgesaugt werden darf. Der Beschluss schließt damit leider sehr wenige Betroffene ein, da zum einen über das Stadium I und II gar nicht beraten wurde und zum anderen im Stadium III sehr viele Frauen zusätzlich an Adipositas leiden. Die Zukunft wird zeigen, ob bei Frauen mit einem BMI über 40 und einem Lipödem mit starken körperlichen Einschränkungen zusätzlich zur Adipositasbehandlung eine Liposuktion möglich ist.

Parallel läuft die Erprobungsstudie zu Vor- und Nachteilen einer Liposuktion weiter.

Der G-BA hatte im Januar 2018 wegen der schlechten Studienlage zu den Vor- und Nachteilen einer Liposuktion beim Lipödem eine eigene Erprobungsstudie beschlossen. Für Frauen, die an einem Lipödem im Stadium I, II oder III leiden und die an der Studie teilnehmen möchten, wurde von den gesetzlichen Krankenkassen eine Website eingerichtet, unter der nähere Informationen zur Studienteilnahme bereitgestellt werden. Interessenbekundungen für eine Studienteilnahme  sind vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2019 möglich. Bei mehr Bewerbern als zur Verfügung stehenden Plätzen entscheidet das Los.

Weiterführende Links

Link zu Erprobungs-Richtlinie Liposuktion: https://www.g-ba.de/richtlinien/101/

Link zu Aktueller Stand der Erprobungsstudie: www.erprobung-liposuktion.de

Link zu Qualitätssicherungs-Richtlinie Liposuktion bei Lipödem im Stadium III: https://www.g-ba.de/richtlinien/112/