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Die Verordnungsfähigkeit von Manueller Lymphdrainage bei Lipödem …

… (ICD-10-GM 2020:E88.20-E88.22) ist bisher nur für Patientinnen und Patienten gegeben, bei denen zusätzlich
ein Lymphödem diagnostiziert wird. Die S1-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Lipödems
(AWMF-Registernummer 037-012) empfiehlt jedoch in Übereinstimmung mit dem etablierten
konservativen Primärtherapiestandard Manuelle Lymphdrainage und Kompressionstherapie
als Bestandteil der kombinierten physikalischen Entstauungstherapie (KPE) bereits bei einem
Lipödem ohne Vorliegen eines manifesten Lymphödems. Der Abfluss ist hier nach dem
zugrundeliegenden pathophysiologischen Verständnis nicht wie beim Lymphödem gehemmt,
sondern vielmehr angesichts eines mit dem Lipödem einhergehenden erhöhten
Flüssigkeitsanfalls zunächst in pathologischer Weise gesteigert. Der Zustand des gesteigerten
Lymphtransports führt im weiteren Verlauf zu einer Gefäßschädigung, welche die Entwicklung
eines begleitenden Lymphödems zur Folge hat. Neben der funktionellen Unterstützung und
damit einer Protektion des lymphatischen Systems vor einer absehbaren bzw. drohenden
manifestierten Schädigung führt der Einsatz von Manueller Lymphdrainage und
Kompressionsbehandlung beim Lipödem insbesondere auch zu einer wesentlichen
Verbesserung des Schmerzzustandes der Patientinnen und damit zu einer Verbesserung der
Leitsymptomatik des Lipödems. Im Ergebnis liegt danach beim Lipödem auch ohne
manifestiertes Lymphödem eine spezifische, bislang nicht berücksichtigte Form der in der
HeilM-RL bereits geregelten Lymphabflussstörung vor. Als Ziele des in der Regel dauerhaft
erforderlichen Einsatzes der MLD als Bestandteil der KPE bei Lipödem werden die
Unterstützung des lymphatischen Systems, die Verbesserung der stadienunabhängig im
Krankheitsbild vorherrschenden Schmerzsymptomatik sowie der krankheitsbedingt erhöhten
Hämatomneigung angegeben. Bei gleichzeitigem Vorliegen eines Lymphödems – was nicht in
allen Fällen gegeben ist – unterstützt die MLD zugleich den gehemmten Abtransport von im
Gewebe befindlichen Flüssigkeitsansammlungen über die Lymphbahnen. …

Der ganze Vorgang ist hier nachzulesen: https://www.g-ba.de/beschluesse/3973/

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