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Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses

… über eine Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung: Liposuktion bei Lipödem

Für diese Auswertung wurden zwei Leitlinien und zwei systematische Reviews eingeschlossen. Außerdem fanden sich vier Publikationen (von denen sich drei auf dieselbe Studienpopulation mit unterschiedlichen Beobachtungszeiträumen beziehen) zum Nutzen der Liposuktion bei Lipödem, sowie zwei Studien ausschließlich zur Sicherheit der Tumeszenz-Liposuktion. Diese Primärstudien wurden im Bericht alle einzeln ausgewertet und stellen die Grundlage für die Bewertung des Nutzens dar. Dabei zeigte sich, dass die Primärstudienmethodische Probleme aufwiesen, die die Validität der enthaltenen Aussagen bzw. Ergebnisse beeinträchtigen.

Die Empfehlungen der niederländischen Leitlinie decken sich in weiten Bereichen mit der AWMF-S1-Leitlinie zum Lipödem und der Übersichtsarbeit von Forner-Codero3 , die wiederum eine wesentliche Quelle der niederländischen Leitlinie4 war. Die Liposuktion wird in allen Dokumenten als Behandlungsart genannt, mit der das krankhafte Unterhautfettgewebe reduziert werden könne. Ein Schweregrad der Erkrankung, ab dem ein chirurgisches Vorgehen angezeigt ist, wird nicht bestimmt.

Studien zur Liposuktion bei Lipödem sind von Schmeller5 und Rapprich6 durchgeführt worden. Das Verzerrungspotenzial der Studien ist allerdings groß, so dass die Ergebnisse nur mit Vorsicht zu interpretieren sind: Keine dieser Primärstudien hatte eine Kontrollgruppe zum Vergleich der Liposuktion mit einer anderen oder keiner Behandlung. Die Fallzahl ist klein (165 Patientinnen bei Schmeller bzw. 25 Patientinnen bei Rapprich). In der SchmellerStudie liegen bereits für die 6-Monats-Auswertung von rund einem Drittel der behandelten Frauen keine Ergebnisdaten vor, der Anteil auswertbarer Daten bei Rapprich ist unbekannt. Die postoperativen Ergebnisdaten scheinen vorwiegend durch Fragebogenerhebungen gewonnen worden zu sein, ob auch klinische Untersuchungen durchgeführt wurden, ist unklar. Eine weitere Publikation beschreibt die Follow-up-Ergebnisse der SchmellerPopulation7 nach 4 und 8 Jahren. Hier fehlen Daten von 48% der Ausgangsgruppe.

Die genannten Primärstudien zeigen im Vorher-Nachher-Vergleich eine Verbesserung bei mit Tumeszenz-Liposuktion behandelten Patientinnen vor allem hinsichtlich der Endpunkte Schmerzen und Lebensqualität sowie eine Reduktion des Umfangs der notwendigen der konservativen Therapie. Auch wird eine Reduktion der kosmetischen Beeinträchtigung angegeben, In welchem Umfang hier eine „erheblichen Entstellung“ vorlag, die aus rechtlicher Sicht erst einen Krankheitswert hätte, geht aus den Publikationen nicht hervor.

vollständiger Text unter: www.g-ba.de/downloads

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