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Leitlinie Diagnostik und Therapie der Lymphödeme

Endlich ist die Leitlinie zum Lymphödem veröffentlicht. Damit ist sie in Kraft getreten und kann an jeden im Wortlaut weitergeleitet werden.

AG1: Definition und Epidemiologie

Jörg Wilting, Rolf Bartkowski, Rüdiger Baumeister, Etelka Földi, Susanna Stöhr, Gerson Strubel, Klaus Schrader, Jürg Traber

1. Definition des Lymphödems

Das Lymphödem ist eine chronische, entzündliche Erkrankung des Interstitiums als Folge einer primären (anlagebedingten) oder sekundären (erworbenen) Schädigung des Lymphdrainagesystems (Tabelle 1), also der initialen Lymphgefäße (Lymphkapillaren, Lymphsinus), Präkollektoren, Lymphkollektoren, Lymphstämme und/oder Lymphknoten. Siehe auch: The diagnosis and treatment of peripheral lymphedema: 2013 Consensus Document of the International Society of Lymphology (Lymphology 2013; 46:1-11). Unter physiologischen Bedingungen herrscht ein Gleichgewicht zwischen der durch die Blutgefäßwände hindurch filtrierten (und nicht rückresorbierten) Flüssigkeit in das Interstitium (lymphpflichtige Last) und deren Abtransport aus dem Interstitium (Transportkapazität des Lymphdrainagesystems). Ein insuffizient gewordenes Lymphdrainagesystem führt zur konsekutiven Vermehrung und Veränderung der interstitiellen Gewebsflüssigkeit. Im weiteren Verlauf ist die Erkrankung durch eine Alteration von Geweben gekennzeichnet, unabhängig von ihrer anatomischen Lokalisation (1). Da jedes Lymphödem per se krebsverdächtig ist, sei an dieser Stelle der Begriff ‚malignes Lymphödem’ besonders erwähnt. Es ist immer zu bedenken, dass durch Lymphangiosis carcinomatosa (Tumorbefall der Lymphgefäße) und Lymphknotenbefall der Lymphabfluss massiv behindert werden kann.

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