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Leben mit einer kompressiven Strumpfversorgung

 

Zusammenfassung

Um die Akzeptanz der Kompressionstherapie zu steigern, ist eine intensive Aufklärungsarbeit sowohl bei den Betroffenen, ihren Mitmenschen als auch bei den verordnenden Ärzten notwendig. In diesem Beitrag sollen vor allem die Probleme der Hygiene, sowohl bezogen auf medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) als auch bezogen auf die Haut, angesprochen werden, um die Kompressionstherapie im Alltag besser umsetzen zu können und damit die Compliance auf Seiten der betroffen Menschen zu verbessern.

Schlüsselwörter:
Kompressionstherapie, medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS), Aufklärung, Hygiene, Hautpflege

Einleitung

Die Kompressionstherapie fristet häufig ein Schattendasein und ist im Bewusstsein der Bevölkerung eher negativ belegt. Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) und medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) werden einfach als Gummistrümpfe bezeichnet und wegen eines vermeintlich schlechten Tragekomforts abgelehnt. Dabei enthalten MKS schon seit vielen Jahren kein Gummi mehr und gut angepasste, der Indikation entsprechende Strümpfe sind zudem meist angenehm beim Tragen (8).

Viele betroffene Menschen schämen sich der MKS und fühlen sich ausgegrenzt. Um die Akzeptanz dieser in manchen Fällen lebenslangen Therapie zu steigern, ist eine intensive Aufklärungsarbeit sowohl bei den Betroffenen, ihren Mitmenschen als auch bei den verordnenden Ärzten notwendig.

Häufig sind die Patienten einfach unzureichend darüber informiert, wie sie mit den MKS umgehen sollen. Der Arzt verordnet und das Sanitätshaus passt den Kompressionsstrumpf an. Danach ist der Patient auf sich allein gestellt, und weitere Fragen zu dem Umgang mit den Materialien bleiben offen. Frauen, die sich schon immer mit Wäsche und Waschen beschäftigt haben, kommen besser mit der Pflege der MKS zurecht als Männer. Vor allem alleinstehende Männer sind manchmal überfordert.

Ein weiteres Problem ist, dass in der Regel nach der Grundausstattung mit zwei MKS im Verlauf nur ein weiterer MKS pro Halbjahr rezeptiert wird. Diese geringe Häufigkeit begründet sich in der Haltbarkeit des Kompressionstrumpfes und nicht in den persönlichen, insbesondere hygienischen Ansprüchen des Patienten.

In diesem Beitrag sollen vor allem die Probleme der Hygiene, sowohl bezogen auf den MKS als auch bezogen auf die Haut, angesprochen werden, um die Kompressionstherapie im Alltag besser umsetzen zu können und damit ihre Akzeptanz auf Seiten der betroffen Menschen zu verbessern.

Materialpflege und Hygiene

Um die Haltbarkeit und Kompressionskraft der MKS zu erhalten, bedürfen sie einer schonenden Pflege. Die aktuellen Lehrbücher schreiben dazu (7): „MKS sind aus hygienischen Gründen täglich bei 40°C zu waschen. Bei den Ulkus-Strumpfsystemen ist der Unterziehstrumpf, der direkt auf der Haut aufliegt, täglich zu wechseln und zu waschen. Die Strumpfpflege ist entweder per Handwäsche möglich oder erfolgt in der Waschmaschine im Feinwaschprogramm (Schonwaschgang), separat in einem Wäschenetz. Für die Reinigung sollten Feinwaschmittel oder spezielle Strumpfwaschmittel genutzt werden. Vollwaschmittel, Weichspüler oder gar Haarshampoos greifen das Strumpfmaterial an, da sie Weichmacher wie Silikone und andere schädliche Bestandteile enthalten. Auch Chloren oder chemische Reinigung können das Strumpfmateial … [ mehr … ]

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