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40. DGL Jahreskongress Hof 9/2016

 

Workshop Entstauungsgymnastik in Hof

Zu einer guten Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) gehört aus diesem Grund auch die Entstauungsgymnastik. Die Bewegung ist eine Säule der Therapie und sogar in der Leitlinie fest verankert. „Jede Patientin, die Lymphdrainage verordnet bekommt, sollte zusätzlich an der Entstauungsgymnastik teilnehmen“, rät Annette Dunker. Dieser Teil der Therapie wird mit der Lymphdrainage vermittelt und kann dann sowohl in der ersten als auch in der zweiten Phase der KPE vom Patienten regelmäßig durchgeführt werden.

Eine Übungsstunde beginnt in der Regel mit dem gemeinsamen Aufwärmen, gefolgt von einer Eigenlymphdrainage. Den Hauptteil nimmt dann die Funktionsgymnastik speziell für Lymphödempatienten ein, aber auch Spiel und Spaß zum Ausklang der Stunde kommen nicht zu kurz. Zu beachten ist, dass eine Entstauungsgymnastik immer nur in Kompression stattfinden soll. Die gut sitzende lymphologische Kompressionsversorgung, entwickelt in Bewegung ihre beste Wirkung, unterstützt den Lymphabfluss, fördert die Aktivität der Lymphgefäße und verhindert das Zurückfließen in das entstaute Gewebe.

Mit regelmäßiger Entstauungsgymnastik und der damit verbundenen Bewegung können Betroffene an Lebensqualität zurück gewinnen. „Sie lernen so, mit der Erkrankung zu leben und nicht gegen sie“, verdeutlicht Annette Dunker den Ansatz. Denn die Gymnastik hat neben der Wiederherstellung der Beweglichkeit, der Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems und der Vermeidung von Schonhaltungen auch immer die Akzeptanz des eigenen Körpers und den Abbau von Ängsten zum Ziel. „Auch der Erfahrungsaustausch in der Gruppe hilft den Patientinnen“, weiß Annette Dunker aus Erfahrung.

Entstauungsgymnastik ist als zertifizierter Rehabilitationssport anerkannt.