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39. DGL Jahreskongress Titisee 10/2015

Unser erstes Mal bei der Lymphologica 2015

Wir von der Lymphselbsthilfe Erlangen waren zum ersten Mal bei einer DGL-Tagung und es war äußerst interessant. Möglich gemacht wurde dies, durch unsere Kontakte zur bundesweiten Lymphselbsthilfe e.V., die mit uns einen Infotisch teilte.

Am Infostand merkten wir, dass uns noch viele Hintergrundinformationen fehlten, die wir uns bis zum nächsten Mal aneignen möchten. Wir hoffen, dann tatkräftiger unterstützen und Interessierte besser beraten zu können. Es hat uns aber viel gebracht, den Erfahreneren bei den Informationsgesprächen zuhören zu können. Deshalb nahmen wir uns die Zeit, vielen Vorträgen zu lauschen.

Eine Flut von Informationen, die für uns als „Frischlinge“ auch zum großen Teil recht neu waren. Diese mussten erst einmal „verarbeitet“ werden. Besonders aufschlussreich war der enorme Einfluss den die Lymphe auf unsere Gesundheit allgemein hat. Das kam auch bei dem Vortrag AIK und MLD bei Balletttänzern zum Ausdruck. Regelmäßige Lymphdrainage hat auch bei gesunden, durchtrainierten Menschen einen sehr positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit.

Genauso interessant war die aufgezeigte Verbindung von Fett und Lymphe. Denn Lymphstau verursacht Fettgewebsvermehrung und umgekehrt. Eine Lymphabflussstörung führt also zu Ödemvermehrung und dies kann wieder zu einer Vermehrung des Fettgewebes führen. Wenn nun ein gestörtes Lymphsystem zur Vermehrung von Fettgewebe führt, sollte die Medizin vielleicht präventiv dort ansetzen und das schon lange bevor es zur Adipositas magna gekommen ist.

Dass wir aber immer noch als verfressen und bewegungsfaul von Einzelnen abgestempelt werden, ist doch einfach nicht zu glauben. Dazu passend ist unser einziger Kritikpunkt zur Organisation des Kongresses: es wurde immer über Gesundheit, Essen, Adipositas gesprochen, aber in den Pausen Kuchen, Fleischkäse und Bockwurst serviert. Es gab außer den Äpfeln eines Industrieaussteller kein Stück Obst.

An anderer Stelle waren wir uns nicht sicher, ob wir in eine Verkaufsveranstaltung für Operationen geraten sind. Es wurden viele Vorteile aufgezählt, die möglichen Risiken, die es offensichtlich gibt, aber sehr kurz abgehandelt und nicht klar dargestellt, für wen es wirklich Sinn macht.

Ansonsten hat noch die Auszeichnung (Verleihung der Mascagnimedaille) von Frau Professor Földi beeindruckt. Es war sehr interessant, etwas von ihrem beruflichen Werdegang zur hören und auch ihrem Vortrag zu lauschen. Sie hat diese Auszeichnung mehr als verdient.

Unser Fazit ist, dass augenscheinlich noch nicht alles erforscht ist, wir möchten hier unsere Vorsitzende aus ihrem Eröffnungsvortrag zitieren: „es ist nicht schlimm, wenn es nicht alles auf einmal klappt, wir haben die Krankheit ja schließlich noch unser ganzes Leben lang.“